Posthochdach, sah eigentlich nicht so schlimm aus...

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insche
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Posthochdach, sah eigentlich nicht so schlimm aus...

Beitrag von insche » Do 23. Feb 2017, 22:04

Hallo meine Name ist Jörg und nachdem ich mich die vergangenen Wochen durch's Netz gequält habe nun ein paar zusätzliche Erfahrungen von meiner Seite. Mein bus ist ein 87!er 14" Syncro aus Finland mit erstaunlich wenig Rost :-) ... zumindest da wo sonst alle anderen Rosten.
Nur eine Stelle war von Anfang an nicht mein Freund. Die Silikondichtung am Hochdach warf so komische Blasen.Mal schnell drunter schauen, wird schon nicht so schlimm sein!
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Also doch das Dach Runter :-(. Das meiste was zu tun ist hat Joschi excelent beschriebenund da ist nicht viel hinzuzufügen. Einziger Unterschied, da ich das Dach wieder drauf machen möchte habe ich die vordere Regenrinne dran gelassen und ca. 3mm von der Kante am Hochdach mit dem Multimaster abgeschnitten. Das ist wirklich nur eingehackt und dann von aussen mit Silikon verschmiert.
IMG_3608.JPG
Zu meiner Freude sah es dann doch nicht so schlimm aus. Dann also los zum fröhlichen Silikonkratzen und zu abbohren der Klemmleiste.
Darunter kam dann aber eine Überraschung.
IMG_3697.JPG
IMG_3699.JPG
nun bräuchte ich mal den ein oder anderen Rat. Würdet Ihr einfach Rostumwandler drauf und dann überlackieren oder gibt es noch andere Vorschläge?
Gruß Jörg
Zuletzt geändert von insche am Do 23. Feb 2017, 22:15, insgesamt 1-mal geändert.

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insche
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Re: Posthochdach, sah eigentlich nicht so schlimm aus...

Beitrag von insche » Do 23. Feb 2017, 22:06

OK, das mit den Bildern üb ich noch.

cwr16
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Re: Posthochdach, sah eigentlich nicht so schlimm aus...

Beitrag von cwr16 » Do 23. Feb 2017, 22:27

hallole:

nimm dir mal ne Stahl-Brücke als Beispiel...: zuzerst alten Lack runter: würd ich mit ner speziellen Hand-Sandstrahlpistole machen, die so einen Rüchgewinnungs/Auffangsack hat und mit ner Eckdüse..... Dazu noch'nBrett oder Blech dranhalten daß nur die Rinne gestrahlt wird...

Dann ebtl. noch Ronstumwandler in Falze oder Ritzen reinlaufen lassen ( Brunox aber kein Fertan +...) wo strahlen nicht geht.
Zuletzt Grundierung + mehrschichtiger Lachaufbau mit 2K

dann hälts auch für Jahre..

Gruss Claus

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Joschi
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Re: Posthochdach, sah eigentlich nicht so schlimm aus...

Beitrag von Joschi » Fr 24. Feb 2017, 10:29

Hallo Jörg,
ich würde auch erstmal den groben Dreck + Rost mal runterschaben.

Auf keinen Fall mit dem Drahtbürstenaufsatz und hoher Drehzahl da ran gehen! Du schmierst dir sonst gesundes Metall über den Porenrost und es drückt eines Tages wieder durch.. (ist das in deinem letzten Bild rechts schon passiert??)
Je nach Rostgrad reicht es dann evtl aus mit einer CSD-SCheibe in der Bohrmaschine dieses Stellen zu entrosten. Falls danach aber Porenrost vorhanden ist bleibt dir nix anderes übrig als
a) Sandstrahlen. Ich nutze die "Buran Plus" mit Gummi-Ansatzstück und Sandrückführung. Damit saut man nicht alles ein aber etwas staubig wird es trotzdem - lässt sich nicht verhindern..
b) Dremel mit verschieden großen Schleifaufsätzen (Korund) um die Rostporen auszuschleifen. Je nachdem wieviel Porenrost du hast wird das aber eine lange mühsame Arbeit -> dann ist Option a schneller und u.U. auch materialschonender.

Ob a) oder b) hängt vom genauen Zustand ab. Ich kombiniere da auch oft.

Rostumwandler auf Säurebasis würde ich nie verwenden an der Bus-Karosse. Man muss die Säure immer ordentlich spülen. Fast alle Stellen am Bulli haben aber Spalte/Fugen/Blechüberlappungen wo die Säure sich festsetzen und schlecht ausgespült werden kann. Und Säurereste sind dann der Turbo für den Rost. Brunox ist sicher keine schlechte Wahl. Ich nutze für ganz doofe Stellen Oxyblock - bisher sehr erfolgreich (ein älterer Herr hat mir mal erzählt dass es das Zeug seit 20 Jahren nutzt mit guten Erfahrungen). Dann geht danach aber nur 1K und kein 2K-Lack!! Deswegen nehme ich das nicht an Karosseriestellen außen wo evtl mal ein 2K-Lack wieder drauf soll.

Wenn gut zugänglich (und das ist in diesem Fall gegeben) würde ich immer mechanisch entrosten und auf Rostumwandler verzichten wenn es laaaannnge halten soll.

Grüße, joschi
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Scorb
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Re: Posthochdach, sah eigentlich nicht so schlimm aus...

Beitrag von Scorb » Sa 25. Feb 2017, 04:53

Moin,

Ich bin mittlerweile ein totaler Fan vom Sandstrahlen. Bei meinem Bulli habe ich den kompletten Unterboden gemacht.
Ist nach meiner Meinung die einzig vernünftige Art und Weise nach der Tauchbadentrostung. Denn wie schon gesagt wurde, mit Flex und Drahtbürste verschmiert man den rost nur. Mit dem Dremel nimmt man zu viel gesundes Material weg.
Richtig angewandt sehe ich nur zwei Nachteile, man brauch schon einiges an Equipment und das Strahlgut + Staub landet wirklich überall.
Bei deiner Größenordnung vom Rost solltest du ganz gut mit Baumarkt-Strahlgeräten und Kompressor klar kommen, spaß machen wird dir das aber nicht, denn mit Baumarkt Geräten wird es viel länger dauern als mit der Flex.

Ich war so bekloppt und habe ich mir selber eine Druckstrahlanlage gebaut. Da kommt dann schon einiges an Equipment zusammen. Im endeffekt war ich keinesfalls billiger, als wenn ich alles hätte strahlen lassen. Professioneller Kompressor, Persöhnliche Schutzausrüstung mit eigener Luftversorgung, Material-Druckkessel. Die Strahldüse aus Borcarbid ist mit 80 Euro da der kleinste Posten.
Was ich euch sagen will, Sandstrahlen ist nicht billig und macht eine menge Dreck, wenn man sich selbst eine halbwegs brauchbare Anlage zusammenstellt. Es ist eine ernsthafte überlegung wert die Sachen strahlen zu lassen.

Gruß Hinnerk

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Re: Posthochdach, sah eigentlich nicht so schlimm aus...

Beitrag von insche » Di 28. Feb 2017, 23:08

Hallo Zusammen, vielen Dank für die schnellen Antworten und die guten Tips. Sandstrahlen ist bestimmt das Beste. Zum Glück ist die Stelle auf dem Bild die schlimmste Ecke. Beim Rest ist schon fast ein wenig Schleifpapier aussreichend. Zum Thema entfernen der Leiste empfehle ich einen guten! Schweißpunktbohrer. Hab fast 20€ ausgegeben. Hat sich aber gelohnt. 8mm Durchmesser sind empfehlenswert, da manche Schweißpunkte schwer zu lockalisieren sind.
Der aufwendigste Punkt ist aber das entfernen des Silkon. Da braucht man "Ausdauer".... und Drahtbürsten in verschiedenen Durchmesser um unter die Regenrinne zu kommen.
Abgebohrte Leiste
Abgebohrte Leiste
Schön zu sehen ist das VW an der Leiste vollständig auf den Rostschutz verzichtet hat. Kein Wunder das da nach nur 30 Jahren der Rost zuschlägt.
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Vordere Regenrinne
Vordere Regenrinne

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Re: Posthochdach, sah eigentlich nicht so schlimm aus...

Beitrag von insche » So 9. Apr 2017, 22:10

So, nach dem ganzen Silikon entfernen, entrosten, grundieren und lackieren hab ich mich entschieden das Dach mit MS-5 von Dekalin aufzukleben. Damit der mindest Klebeabstand eingehalten wird habe ich mit Uhu Schnellfest im Abstand von ca. 20 cm Unterlegscheiben aus Kunststoff aufgeklebt. Beim verkleben muss man sich beilen. Der Kleber bildet nach ca 5 min eine Haut. Als schnell den Kleber drauf und dann mit Spanngurten festziehen. Schon ist das Dach wieder drauf . Jetzt muss ich es nur noch :-) .aussen "verfugen" und innen noch eine saubere Hohlkehle formen.
Dachrinne mit U-Scheiben
Dachrinne mit U-Scheiben
Damit ist der Teil vom Projekt erst mal abgeschlossen. Wer Fragen hat, einfach melden!!!
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Re: Posthochdach, sah eigentlich nicht so schlimm aus...

Beitrag von Endeavour » Mo 10. Apr 2017, 14:46

So ist richtig !!!

Fein.

Grüsse fix
Für das Können gibt es nur einen Beweis. Das TUN. Zitat von Marie von Ebner-Eschenbach


https://www.derlandmesserbus.de/

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Re: Posthochdach, sah eigentlich nicht so schlimm aus...

Beitrag von insche » Sa 22. Apr 2017, 22:00

Reloaded!!! Wenn man mit dem Dach zu lange wartet....stellt man mit stark eingeschränkter begeisterung einige veränderungen am fensterrahmen fest. So ein Bus hat ja immer noch so seine überraschungen.
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Zuletzt geändert von insche am Sa 22. Apr 2017, 22:24, insgesamt 1-mal geändert.

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Re: Posthochdach, sah eigentlich nicht so schlimm aus...

Beitrag von insche » Sa 22. Apr 2017, 22:22

Hab das ganze jetzt mit dem minifräser runtergefräßt ( dremel mit fräseraufsatz) und mit brunox behandelt. Ich denke wenn dann noch grundierung und farbe drauf kommt sollte es recht lange halten? Der vorbesitzer hat übrigens gemeint es reicht wenn mann Silikon unter die Dichtung spritzt. Man beachte das loch im obern eck! Wenn dann unten Silikon drin ist, bleibt das wasser für lange zeit im rahmen stehen. Also lieber etwas früher wie später mal nachschauen!!!

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