Nahtrost und unten durchgerostete B-Säule

Moderator: Jumpy

reidiekl
Beiträge: 242
Registriert: Fr 16. Jun 2017, 16:05

Re: Nahtrost und unten durchgerostete B-Säule

Beitragvon reidiekl » Sa 11. Aug 2018, 11:05

Hallo Stefan,

danke für Deinen Zuspruch, das tut richtig gut.
Aber zerbrich dir nicht den Kopf, schau wie die Bleche in etwa verlaufen und ersetze wenn möglich großflächig. Alles gut einpinseln und beim Außenblech Mühe geben dass das sauber sitzt.

Das sagt sich so leicht, wenn man solche Arbeiten vielleicht schon öfter hinter sich gebracht hat. Eins der vielen Probleme bei mir ist, dass noch vieles sehr gut ist und nicht ausgetauscht werden müsste. Aber, um richtig dran zukommen, dem Patient Wunden zugefügt werden müssen und die Schnittführung gut überlegt sein muss - denn die Selbstheilungskräfte der Natur wirken hier leider nicht. Zudem sollte man auch wissen wie werkseitig diese vielen Bleche zusammengeschachtelt wurden. Genau dies war mir aber lange Zeit völlig unklar.

Mittlerweile sieht es bei meinem Patienten so aus:
001.JPG
ausgeschnittene B-Säule


002.JPG
angeschliffener Deckel im Fahrgastraum mit dem das Schwellerdreieck vorne abgedeckt ist


006.JPG
auch der äußere Schweller ist vorne am Anschluss an die B-Säule durchgerostet. Das hintere Stück scheint noch gut zu sein,


005.JPG
bis auf diesen mittleren Bereich und den hinteren Bereich an der Radaufhängung. Aber den wollte ich möglichst erst später angehen, sofern kein direkter Zusammenhang mit dem Schweller besteht.

Dieser äußere Schweller, resp. die untere Seitenwand zieht sich leider in einem Stück nach innen durch bis auf den Boden des Fahrgastraumes. Diesen Schweller im Ganzen zu wechseln würde bedeuten zuvor die ganze obere Seitenwand auszubauen, um richtig dran kommen zu können. Soetwas macht man natürlich nur, wenn eh alles nur noch Rost ist. "Reparaturfreundlichkeit" ist jedenfalls etwas anderes und war wohl damals bei den VW-Ingenieuren ein Fremdwort.


Derzeit bestehen noch zwei ungelöste Hauptprobleme:

1. Verbaue ich das Rep-Blech lt. Foto an der B-Säule so wie es ist und trenne dazu den alten Falz samt einem Teil der Seitenwand heraus? Oder aber belasse ich den alten Falz und schweiße stumpf gegen diesen, was natürlich bedeutet, dass am Rep.-Blech der Falz zuvor abgetrennt werden müsste.
Ich tendiere zum Verbauen des Rep-Bleches, so wie es ist. Dafür müsste der Falz seitlich innen stumpf an die entsprechend angeschnittene B-Säule angeschweißt werden ... und natürlich ein großes Teil der Seitenwand samt ihrem Falz bis zum oberen Knick - um ausreichend Platz zu haben - herausgeschnitten werden.
Der Wiedereinbau des Seitenteiles kann m. E. dann nur in zwei Schritten erfolgen.
a) Anschweißen eines gefalzten Blechwinkels an die B-Säule (punktgeschweißt) um dann
b) daran stumpf das Seitenblech einzuschweißen.
Gibt es andere Lösungen?
009.JPG



2. Was mache ich mit dem inneren Schwellerblech an der Wagenheberaufnahme? Das Blech als solches erscheint mir noch gut, etwas Sorge bereitet mir der Falzrost am punktgeschweißten Querträgeranschluss. Das nachfolgende Foto zeigt den Bereich des Schwellers von unten. es sieht schlimmer aus, als es m. E. ist. Für eine Auswechslung dieses Schwellerbereiches müsste nach meiner Einschätzung wohl auch der "Schwellerdeckel" geöffnet werden.
012.JPG


Ist das vom Aufwand her noch vertretbar? Was meint das Forum?

BG - Reinhard

bullischrauber
Beiträge: 103
Registriert: Mi 9. Sep 2015, 06:53
Wohnort: Hamburg

Re: Nahtrost und unten durchgerostete B-Säule

Beitragvon bullischrauber » Mo 13. Aug 2018, 09:37

Hallo Reinhard,

zwischen dem Schwellerblech und dem Querträger der da angepunktet ist, befindet sich mit Sicherheit Blätterteig. Wahrscheinlich hält das noch eine Weile bis es ein Loch im Schweller gibt, aber gestoppt bekommst Du das nicht mehr. Ich würde vermutlich das Ende vom Querträger abtrennen, die Schweißpunkte aufbohren und mal gucken was dann zu Tage kommt. Erfahrungsgemäß ist man dann aber kurz danach dabei, die Wagenheberaufnahme rauszuschneiden um die ersten 10cm vom Schweller zu ersetzen...
viewtopic.php?f=32&t=919&hilit=restauration+camper&start=50 hier auf Seite 6 ungefähr mittig sieht man Bilder von der Instandsetzung dieser Stelle an meiner Karosse, allerdings sah das noch um längen schlimmer aus als bei Dir.
Viel Erfolg!

Gruß Sönke

reidiekl
Beiträge: 242
Registriert: Fr 16. Jun 2017, 16:05

Re: Nahtrost und unten durchgerostete B-Säule

Beitragvon reidiekl » Mo 13. Aug 2018, 14:43

Hallo Söhnke,

danke für Deine Einschätzung und den Link. Du hattest bei Dir das Glück (zumindest den Fotos nach) die Schäden/Arbeiten auf der rechten Fahrzeugseite zu haben. Nach Öffnen der Schiebetür kommt man auf dieser Seite ganz gut an dem hinteren Teil der B-Säule dran. Auf der linken Seite verhindert dies die Seitenwand und der untere äußere Schweller.

Aber ich werde wohl nicht umhinkommen diese Seitenwand parziell zu öffnen (primär um die Schweißarbeite in diesem fummeligen Eck ausführen zu können) da ja bei mir auch die Ecke des unteren Teils (unterer Außenschweller) durchgerostet ist.

BG - Reinhard

bullischrauber
Beiträge: 103
Registriert: Mi 9. Sep 2015, 06:53
Wohnort: Hamburg

Re: Nahtrost und unten durchgerostete B-Säule

Beitragvon bullischrauber » Di 14. Aug 2018, 05:47

Naja, ich hatte solche Schäden am ganzen Auto... ;) Natürlich auch auf der linken Seite. Offenbar hab ich davon keine Fotos gemacht, aber repariert habe ich es genauso. So sah die Ecke vor 2 Jahren aus:
Bild

Gruß Sönke

reidiekl
Beiträge: 242
Registriert: Fr 16. Jun 2017, 16:05

Re: Nahtrost und unten durchgerostete B-Säule

Beitragvon reidiekl » Di 14. Aug 2018, 08:52

Offenbar hab ich davon keine Fotos gemacht, aber repariert habe ich es genauso. So sah die Ecke vor 2 Jahren aus:

schade, denn Fotos sagen oft mehr als tausend Worte.

Oben im Kotflügel-Eck sieht es bei Dir recht rostig aus. Hast Du das dort auch rausgeschnitten?

Mich würden aber Bilder interessieren, wo man sieht wie die Fälze von B-Säule und Kotflügel wieder vereint wurden. Hast Du diese Falzwinkelstücke separat gefertigt und dann stumpf erst mit der B-Säule wieder verschweißt? Und daran dann den Falzwinkelstreifen des Kotflügels punktverschweißt? Und letztlich das Kotflügelteil stumpf mit dem punktverschweißten Falzwinkelstreifen?

Das Seitenteil bei Dir musste wohl nicht geöffnet werden und auch nicht der äußere schmale Schwellerbereich. Aber ich werde da nicht drumrum kommen und muß auch dort aufzuschneiden. Ich möchte den aufzuschneidenden Bereich so klein wie möglich halten. Will aber auch nicht mehrfach streifenweise rausschneiden, da ich das rausgetrennte Seitenblech wieder als ganzes einschweißen möchte. Zumal ich auch noch nicht weiß, ob ich das schweißtechnisch alles wieder so hin bekomme.

Vielleicht kannst Du mir zu diesem Detail noch Tipps geben.

BG - Reinhard

bullischrauber
Beiträge: 103
Registriert: Mi 9. Sep 2015, 06:53
Wohnort: Hamburg

Re: Nahtrost und unten durchgerostete B-Säule

Beitragvon bullischrauber » Mi 15. Aug 2018, 06:30

Ich kann noch mal auf meinem Handy nach Bildern suchen, vielleicht sind da welche. Aber das äußere Blech der B-Säule ist bei mir noch offen, soweit bin ich noch nicht.
Die Ecke oben im Radkasten muss noch gemacht werden. Das ist so rostig, da muss alles raus. Zum Glück habe ich die B-Säule von einem Spenderbus, davon werde ich auch die vordere Kante vom Außenblech der B-Säule nehmen.

Warum willst Du das Seitenteil aufschneiden? Das sieht doch völlig unkritisch aus. Nur um das Reparaturblech der B-Säule wieder anschweißen zu können? Dann lass die Schweißpunkte dazwischen lieber weg auf den paar cm, da kommt ja eh Dichtmasse in die Fuge. Ganz unten kann man Außenschweller und B-Säulen-Repblech mit einer unauffälligen Schweißnaht verbinden.
Den Kotflügel kannst Du später von innen mit dem Rep-Blech punktverschweißen.

Gruß Sönke

reidiekl
Beiträge: 242
Registriert: Fr 16. Jun 2017, 16:05

Re: Nahtrost und unten durchgerostete B-Säule

Beitragvon reidiekl » Do 16. Aug 2018, 14:26

Warum willst Du das Seitenteil aufschneiden? Das sieht doch völlig unkritisch aus. Nur um das Reparaturblech der B-Säule wieder anschweißen zu können?

Ja, im Prinzip deswegen und weil ich es möglichst wieder mit originaler Naht herrichten möchte.
Kritisch ist auch der äußere Schweller. Der muß an der B-Säule mindestens auf ca. 6-10 cm Länge ersetzt werden.

Die Nahtanschlüsse rechts und links an die B-Säule wollte ich zweigeteilt wie folgt fertigen.
1. Blechwinkel entsprechend der Wölbung der Außenhaut dengeln und dann an die B-Säule seitlich per Punktschweißung oder -lötung anpunkten.
2. An diese Winkel dann im nächsten Schritt das rausgeschnittene Seitenteil bzw. den Kotflügel mittels WIG-pulsen wieder stumpf einschweißen oder sogar mit WIG (CuSi3) einlöten. Beim WIG-löten könnte ich auch verzinkte Bleche nehmen, was bei WIG schweißen leider nicht geht.

Bin auch noch am Überlegen, ob ich den inneren Schweller im Anschlußbereich Querholm/Wagenheberaufnahme parziell ersetze. Dafür müsste dann aber der Ausschnitt der Seitenwand noch etwas größer sein.

Kennt jemand Infos / Videos wo man sehen kann, wie die von mir oben angesprochenen "Blechwinkel" fachmännisch auf Wölbung der Fahrzeug-Außenwand getrieben oder gedengelt werden? Habe soetwas noch nie gemacht und muss es halt wieder erst lernen :-) .

Das Punktverschweißen mit WIG geht bei mir jetzt schon ganz gut - zwei 1 mm dicke Bleche mit 70 Amp. Wie macht Ihr das?

Habe jetzt auch eine Lösung für die offenen Schnittkanten punktverschweißter Bleche. Diese sind gerade im vorderen Radkasten sehr rostanfällig und es sind gar drei Bleche, die da punktverschweißt sind. Die Kanten der zwei Muster-Blechstück ließen sich mittels WIG durch Verschmelzen wunderbar zusammenfügen und dadurch der Spalt schließen. Das von mir auch mal angedachte u-förmige Falzprofil zum Abdecken dieser Schnittkanten-Fugen, ist damit wieder hinfällig.

BG - Reinhard


Zurück zu „T3 Syncro“

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 2 Gäste