Re: Canada West to East-vom Pazifik zurück zum Atlantik
Verfasst: Mo 6. Mär 2017, 21:56
21.08.2014 – durch die Provinz Manitoba
Unseren ersten Übernachtungsplatz in Manitoba finden wir am Rande einer Sandkuhle.
Bevor wir uns für die Nacht am Rande eines Feldwegs einrichten, darf Bussolino ins Gelände und ein wenig im Sand spielen.
Am nächsten Morgen besucht uns ein Nachbar. Er erzählt uns, dass sein Vater und sein Großvater in den 1950er Jahren von Deutschland hierher auswanderten und er bis vor kurzem einen Hof mit 400 Kühen bewirtschaftet habe. Zurzeit baut er noch Raps, Weizen und Gerste an. Seine Kinder werden die Landwirtschaft nicht weiter führen.
Unser nächstes Ziel ist der Riding Mountain National Park, ein waldreiches Gebiet mit zahlreichen Seen, das sich deutlich von der Prärielandschaft Manitobas unterscheidet.
Bei der Gründung des Nationalparks sprach man von der „Insel der Wildnis im Ozean aus Farmland“, ohne zu erwähnen, dass im Park noch Ureinwohner lebten, die 1936 vertrieben wurden.
Zwischen 1943 und 1945 wurden hier 450 deutsche Soldaten interniert und als Holzfäller eingesetzt, nachdem sie in Nordafrika in Kriegsgefangenschaft geraten waren,.
Wir durchqueren den Riding Mountain National Park von Norden nach Süden.
Begegnung im Nieselregen während unserer Wanderung am Moon Lake

Die Pisten sind gut befahrbar, jedoch durch den seit 2 Tagen anhaltenden „Grizzel-Regen“ aufgeweicht und schmierig, so dass nach 100 km „Offroad-Fahrt“ der Bus mit einer Lehmschicht überzogen ist.
Am Audy-Lake finden wir auf einem Primitiv Camp Ground einen netten Übernachtungsplatz mit Seeblick. Hier fühlen wir uns trotz der Nässe von oben sofort wohl. Der Ruf des Loons schallt über den See und begleitet uns in unsere Träume.

Am nächsten Morgen geht der Nieselregen in Dauerregen über, und wir entscheiden uns nach dem Besuch des Bisongeheges zur Weiterfahrt. - Bisonherde im Regen
Auf der Mountain Road immer geradeaus nach Osten stehen wir nach ca. 100 km bei Langruth am Manitoba Lake. Beim Aussteigen müssen wir aufpassen, dass wir nicht auf die um uns herum hüpfenden grünen Frösche treten.
Als wir endlich wieder nach oben gucken, beobachten wir begeistert über uns hinweg fliegende weiße Pelikane. Endlich hört es auf zu regnen, wir genießen den Blick auf den See und schauen den Wolken nach. Der Platz gefällt uns.
Verwundert beobachten wir die Ankunft von zwei PKWs. 8 junge Männer mit asiatischem Aussehen steigen aus, jeder eine große Kühltasche bzw. einen Eimer in einer Hand, in der anderen Hand einen Stock.
Willi lässt sich von den Männern erklären, dass sie auf der Jagd nach Fröschen sind, die wohl später in ihre Kochtöpfe landen.
Wir bedauern, dass wir die hier überall herumhüpfenden Frösche nicht in die Flucht getrieben haben, verlassen nun den Seeplatz in Richtung Winnipeg und lassen die Froschfänger hinter uns.

Erst einmal suchen wir eine Waschanlage …

Mit blitzblank gewaschenem Bussolino fahren wir ins Zentrum von Winnipeg, der Hauptstadt Manitobas. Auch hier hat es während der letzten Tage stark geregnet, es gab gewaltige Überschwemmungen, und der Himmel zeigt sich immer noch grau in grau.
Ein Wetter für einen Museumsbesuch.
Das Museum of Human Rights soll im September 2014 eröffnet werden – wir sind ein paar Wochen zu früh da.
Das imposante Gebäude besticht schon jetzt durch sein futuristisches Design.
Mit seinem riesigen Tower of Hope ist das Canadian Museum of Human Rights ein neues Wahrzeichen in Winnipegs Skyline -
Ein offizielles Foto bei besserem Wetter und aus anderer Perspektive fotografiert
Bildrechte: Canadian Museum for Human Rights
Das benachbarte „The Forks" ist ein Areal mit zahlreichen renovierten Lagerhallen, die heute Restaurants, kleine Essensstände, Marktstände und Souvenirläden beherbergen. Wir stärken uns im Pancake House.
Im Manitoba Museum werden die Vegetationszonen und die Pioniergeschichte des Bundesstaates anschaulich dargestellt. Kleinod ist ein detailgetreuer Nachbau des Segelschiffs „Nonsuch“, mit der die ersten Pelzhändler 1668 zur Hudson Bay segelten.


Bronzene Kuscheltiere
und andere Skulpturen im Leo Mol Skulpturen Garten
Im Assiniboine Park finden wir schließlich auch die Statue von „Winnie the Bear“ und „Lieutenant Harry Colebourn“ auf dem Nature Playground

„Winnie the Bear“ von Bildhauer William Epp am 6. August 1992 den Kindern der Welt gewidmet.
Im Osten der Provinz Manitoba besuchen wir den Whiteshell Provincial Park. Das Alf Hole Goose Sanctuary and Interpretive Centre widmet sich dem Schutz der Kanadagänse und bietet Besuchern Beobachtungsmöglichkeiten von Wildvögeln.
Nach einem kurzen Rundgang am Wasser entlang wärmen wir uns auf in der gemütlichen Besucherhütte. Der Ranger serviert uns einen Kaffee und gibt Erklärungen zu der interessanten Ausstellung heimischer Vögel und zu seiner Arbeit im Naturschutzgebiet.
Die Ranger richten Park und die Besucherhütte schon jetzt Ende August für den Winter her.

Der Lyons Lake liegt direkt am TCH 1, und wir finden hier unseren letzten Übernachtungsplatz in Manitoba. Endlich haben sich die Regenwolken verzogen, wir genießen den Abend mit Blick auf den See und lauschen dem Ruf des Eistauchers.

Wir stehen ein wenig abseits des TransCanadaHighway 1, der einzigen Straßenverbindung zur Nachbarprovinz Ontario. Die Straße verläuft nur wenig nördlich der Grenze zur USA.

Morgen werden wir nach mehr als 3 Monaten zurück sein in Ontario, wo wir unsere Reise entlang der 5 Großen Seen Nordamerikas fortsetzen wollen.
(noch 2.180 km bis Kingston)
25.08.2014 – zurück an den Großen Seen Nordamerikas
Früh starten wir von unserem Übernachtungsplatz am Lyons Lake, und nach 5 Km haben wir die Provinz Ontario erreicht.
Ontario empfängt uns mit Regen. Wir fahren weiter zum 50 Kilometern entfernten Kenora, Hafenstadt am Nordufer des 120 km langen und 3.150 qkm großen Lake of the Woods.
Auch hier regnet es in Strömen, also halten wir uns in der Stadt nicht lange auf.
Wir entscheiden uns für die südliche Teilstrecke des TCH 1 und tauchen bei Kenora ein in die Wasserlandschaft des „Lake of the Woods“, einer Seenlandschaft im Grenzgebiet zwischen USA und Kanada. Das Landschaftsbild ändert sich: die endlose Prärie geht über in Wälder und Seen. Wir sind rundum von Seen umgeben, fühlen uns wie in einem Wasserlabyrinth

Wir haben nun den „Canadian Shield“ erreicht, eine in der Eiszeit geformte felsige Hügellandschaft aus Granit und Gneis, die nur mit einer dünnen Erdschicht überdeckt ist. Der kanadische Schild erstreckt sich im weiten Bogen rund um die Hudson Bay von Ontario über den Norden Manitobas, Saskatchewans, Albertas bis in die Northwest Territories.
Ruhiger Standplatz neben dem Highway.

In Sioux Narrows kaufen wir ein in kleinen Geschäften der kanadischen Ureinwohner und erfahren Wissenswertes über ihre Kultur, z.B. die Bedeutung der in Kanada verbreiteten Steinmännchen. Der Inukshuk ist ein Symbol der Gastfreundschaft und hat je nach Form und Größe unterschiedliche Bedeutungen: einige dienen als Wegweiser, andere weisen auf gute Jagdgründe oder fischreiche Gewässer hin.

Totempfähle der kanadischen Inuit sind eine Art Wappenpfahl, die an die Verbindungen des Clans zu seinen geistigen Vorfahren erinnern. Das Wort Totem stammt aus der Algonquin-Sprache des südlichen Kanada und bedeutet „Verwandtschaft, Familienabzeichen oder auch persönlicher Schutzgeist“.

Übernachtung am Rande der Motocrossbahn von Atikokan
Abendhimmel über Atikokan
Quetico Provincial Park, Wildnispark und Kanugebiet mit über 600 Seen im Grenzgebiet zu Minnesota. Nach einer mehrstündigen Wanderung, kehren wir zurück zum Parkplatz und genießen den Blick aufs Wasser. Unterwegs hielt sich die Begeisterung in Grenzen, wir wurden von Mücken umschwärmt.

Die sehenswerten Kakabeka Falls schauen wir uns von beiden Flussseiten an. Beeindruckt beobachten wir, wie das Wasser des Kaministiquia Rivers in Stufen die steile Felswand 40 Meter in die Tiefe stürzt. Der gewaltige Wasserfall wird auch als „Niagara Falls of the North“ bezeichnet.


Gleich nebenan lädt ein Campingplatz zum Übernachten ein.
Wir möchten heute unsere Fahrt noch ein wenig in Richtung Süden fortsetzen und finden schließlich neben dem Hwy 130 einen Platz am Rande eines Offroad Geländes.
Wir genießen die Farben des Sonnenuntergangs. Die untergehende Sonne durchflutet Bussolino mit Abendlicht.

Wenig später kommen einige Offroadfahrer mit ihren PS-starken Fahrzeugen angebraust und versuchen vergeblich, über den steilen Abhang hinter uns zurück auf den Highway zu gelangen.


Am nächsten Morgen fahren wir weiter gen Süden bis in das Grenzgebiet zu Minnesota/USA. Bei der Mündung des Pigeon Rivers in den Lake Superior stehen wir endlich vor dem größten der 5 Großen Seen Nordamerikas, dem Lake Superior mit einer Größe von unvorstellbaren 82.103 km². Er ist nach dem Kaspischen Meer der flächenmäßig zweitgrößte See der Erde.
Nachdem wir vor knapp 4 Monaten den Lake Michigan östlich von Chicago verlassen hatten, setzen wir nun hier unsere Reise entlang der Großen Seen auf kanadischer Seite fort.


Das Schleusensystem des Saint Lawrence Seaways sorgt seit 1959 dafür, dass sogar Hochseeschiffe vom Atlantik aus bis zum Lake Superior vordringen können. Auf der Strecke sind 19 Schleusen zu durchqueren. Die Reise dauert in einer Richtung ca. 8,5 Tage – davon entfallen gut 17 Stunden auf die Schleusenpassagen
„Highway H2O“ ist die Kurzform für diese weltweit einzigartige Wasserstraße.

Der Pigeon River bildet einen Abschnitt der Staatsgrenze zwischen den USA und Kanada. Nahe seiner Mündung nimmt das Gefälle allmählich zu und hat seinen Höhepunkt in einer spektakulären Schlucht mit zwei Wasserfällen:
den High Falls
und den Middle Falls, die wir ganz für uns alleine genießen können

Diese kleinen Wasserfälle haben für uns einen ganz besonderen Reiz. Im Gegensatz zu den ganz großen Fällen kommt man nahe an das Wasser heran, es ist ruhiger und gemütlicher hier.
Über das Felsgestein kraxeln wir hinüber bis zur Flussmitte.

Oh, hier haben wir uns ein wenig zu weit auf dem Felsen vorgewagt ...

Der Grenzstein auf dem Felsen markiert die Staatsgrenze mitten im Fluss. Ohne es zu bemerken, haben wir kanadischen Boden verlassen und sind klammheimlich in die Vereinigten Staaten zurückgekehrt. Um auf das Festland zu gelangen, müssten wir allerdings den reißenden Fluss in Richtung Süden durchqueren.
Seit wir in Ontario angekommen sind, hat der August uns nicht gerade mit Sommerwetter verwöhnt. Die Leute hier nennen den Monat inzwischen Augtober. Umso mehr freuen wir uns, als wir im Ontario Welcome-Center die Wettermeldung für Donnerstag lesen:
heute soll es endlich wieder sonnig werden

Wir gönnen Bussolino und auch uns einen Tag Pause und genießen den sonnigen Tag und eine ruhige Nacht am Pigeon Fluss.
Unseren ersten Übernachtungsplatz in Manitoba finden wir am Rande einer Sandkuhle.
Bevor wir uns für die Nacht am Rande eines Feldwegs einrichten, darf Bussolino ins Gelände und ein wenig im Sand spielen.
Am nächsten Morgen besucht uns ein Nachbar. Er erzählt uns, dass sein Vater und sein Großvater in den 1950er Jahren von Deutschland hierher auswanderten und er bis vor kurzem einen Hof mit 400 Kühen bewirtschaftet habe. Zurzeit baut er noch Raps, Weizen und Gerste an. Seine Kinder werden die Landwirtschaft nicht weiter führen.
Unser nächstes Ziel ist der Riding Mountain National Park, ein waldreiches Gebiet mit zahlreichen Seen, das sich deutlich von der Prärielandschaft Manitobas unterscheidet.
Bei der Gründung des Nationalparks sprach man von der „Insel der Wildnis im Ozean aus Farmland“, ohne zu erwähnen, dass im Park noch Ureinwohner lebten, die 1936 vertrieben wurden.
Zwischen 1943 und 1945 wurden hier 450 deutsche Soldaten interniert und als Holzfäller eingesetzt, nachdem sie in Nordafrika in Kriegsgefangenschaft geraten waren,.
Wir durchqueren den Riding Mountain National Park von Norden nach Süden.
Begegnung im Nieselregen während unserer Wanderung am Moon Lake

Die Pisten sind gut befahrbar, jedoch durch den seit 2 Tagen anhaltenden „Grizzel-Regen“ aufgeweicht und schmierig, so dass nach 100 km „Offroad-Fahrt“ der Bus mit einer Lehmschicht überzogen ist.
Am Audy-Lake finden wir auf einem Primitiv Camp Ground einen netten Übernachtungsplatz mit Seeblick. Hier fühlen wir uns trotz der Nässe von oben sofort wohl. Der Ruf des Loons schallt über den See und begleitet uns in unsere Träume.

Am nächsten Morgen geht der Nieselregen in Dauerregen über, und wir entscheiden uns nach dem Besuch des Bisongeheges zur Weiterfahrt. - Bisonherde im Regen
Auf der Mountain Road immer geradeaus nach Osten stehen wir nach ca. 100 km bei Langruth am Manitoba Lake. Beim Aussteigen müssen wir aufpassen, dass wir nicht auf die um uns herum hüpfenden grünen Frösche treten.
Als wir endlich wieder nach oben gucken, beobachten wir begeistert über uns hinweg fliegende weiße Pelikane. Endlich hört es auf zu regnen, wir genießen den Blick auf den See und schauen den Wolken nach. Der Platz gefällt uns.
Verwundert beobachten wir die Ankunft von zwei PKWs. 8 junge Männer mit asiatischem Aussehen steigen aus, jeder eine große Kühltasche bzw. einen Eimer in einer Hand, in der anderen Hand einen Stock.
Willi lässt sich von den Männern erklären, dass sie auf der Jagd nach Fröschen sind, die wohl später in ihre Kochtöpfe landen.
Wir bedauern, dass wir die hier überall herumhüpfenden Frösche nicht in die Flucht getrieben haben, verlassen nun den Seeplatz in Richtung Winnipeg und lassen die Froschfänger hinter uns.

Erst einmal suchen wir eine Waschanlage …

Mit blitzblank gewaschenem Bussolino fahren wir ins Zentrum von Winnipeg, der Hauptstadt Manitobas. Auch hier hat es während der letzten Tage stark geregnet, es gab gewaltige Überschwemmungen, und der Himmel zeigt sich immer noch grau in grau.
Ein Wetter für einen Museumsbesuch.
Das Museum of Human Rights soll im September 2014 eröffnet werden – wir sind ein paar Wochen zu früh da.
Das imposante Gebäude besticht schon jetzt durch sein futuristisches Design.
Mit seinem riesigen Tower of Hope ist das Canadian Museum of Human Rights ein neues Wahrzeichen in Winnipegs Skyline -
Ein offizielles Foto bei besserem Wetter und aus anderer Perspektive fotografiert
Bildrechte: Canadian Museum for Human Rights
Das benachbarte „The Forks" ist ein Areal mit zahlreichen renovierten Lagerhallen, die heute Restaurants, kleine Essensstände, Marktstände und Souvenirläden beherbergen. Wir stärken uns im Pancake House.
Im Manitoba Museum werden die Vegetationszonen und die Pioniergeschichte des Bundesstaates anschaulich dargestellt. Kleinod ist ein detailgetreuer Nachbau des Segelschiffs „Nonsuch“, mit der die ersten Pelzhändler 1668 zur Hudson Bay segelten.


Bronzene Kuscheltiere
und andere Skulpturen im Leo Mol Skulpturen Garten
Im Assiniboine Park finden wir schließlich auch die Statue von „Winnie the Bear“ und „Lieutenant Harry Colebourn“ auf dem Nature Playground

„Winnie the Bear“ von Bildhauer William Epp am 6. August 1992 den Kindern der Welt gewidmet.
Im Osten der Provinz Manitoba besuchen wir den Whiteshell Provincial Park. Das Alf Hole Goose Sanctuary and Interpretive Centre widmet sich dem Schutz der Kanadagänse und bietet Besuchern Beobachtungsmöglichkeiten von Wildvögeln.
Nach einem kurzen Rundgang am Wasser entlang wärmen wir uns auf in der gemütlichen Besucherhütte. Der Ranger serviert uns einen Kaffee und gibt Erklärungen zu der interessanten Ausstellung heimischer Vögel und zu seiner Arbeit im Naturschutzgebiet.
Die Ranger richten Park und die Besucherhütte schon jetzt Ende August für den Winter her.

Der Lyons Lake liegt direkt am TCH 1, und wir finden hier unseren letzten Übernachtungsplatz in Manitoba. Endlich haben sich die Regenwolken verzogen, wir genießen den Abend mit Blick auf den See und lauschen dem Ruf des Eistauchers.

Wir stehen ein wenig abseits des TransCanadaHighway 1, der einzigen Straßenverbindung zur Nachbarprovinz Ontario. Die Straße verläuft nur wenig nördlich der Grenze zur USA.

Morgen werden wir nach mehr als 3 Monaten zurück sein in Ontario, wo wir unsere Reise entlang der 5 Großen Seen Nordamerikas fortsetzen wollen.
(noch 2.180 km bis Kingston)
25.08.2014 – zurück an den Großen Seen Nordamerikas
Früh starten wir von unserem Übernachtungsplatz am Lyons Lake, und nach 5 Km haben wir die Provinz Ontario erreicht.
Ontario empfängt uns mit Regen. Wir fahren weiter zum 50 Kilometern entfernten Kenora, Hafenstadt am Nordufer des 120 km langen und 3.150 qkm großen Lake of the Woods.
Auch hier regnet es in Strömen, also halten wir uns in der Stadt nicht lange auf.
Wir entscheiden uns für die südliche Teilstrecke des TCH 1 und tauchen bei Kenora ein in die Wasserlandschaft des „Lake of the Woods“, einer Seenlandschaft im Grenzgebiet zwischen USA und Kanada. Das Landschaftsbild ändert sich: die endlose Prärie geht über in Wälder und Seen. Wir sind rundum von Seen umgeben, fühlen uns wie in einem Wasserlabyrinth

Wir haben nun den „Canadian Shield“ erreicht, eine in der Eiszeit geformte felsige Hügellandschaft aus Granit und Gneis, die nur mit einer dünnen Erdschicht überdeckt ist. Der kanadische Schild erstreckt sich im weiten Bogen rund um die Hudson Bay von Ontario über den Norden Manitobas, Saskatchewans, Albertas bis in die Northwest Territories.
Ruhiger Standplatz neben dem Highway.

In Sioux Narrows kaufen wir ein in kleinen Geschäften der kanadischen Ureinwohner und erfahren Wissenswertes über ihre Kultur, z.B. die Bedeutung der in Kanada verbreiteten Steinmännchen. Der Inukshuk ist ein Symbol der Gastfreundschaft und hat je nach Form und Größe unterschiedliche Bedeutungen: einige dienen als Wegweiser, andere weisen auf gute Jagdgründe oder fischreiche Gewässer hin.

Totempfähle der kanadischen Inuit sind eine Art Wappenpfahl, die an die Verbindungen des Clans zu seinen geistigen Vorfahren erinnern. Das Wort Totem stammt aus der Algonquin-Sprache des südlichen Kanada und bedeutet „Verwandtschaft, Familienabzeichen oder auch persönlicher Schutzgeist“.

Übernachtung am Rande der Motocrossbahn von Atikokan
Abendhimmel über Atikokan
Quetico Provincial Park, Wildnispark und Kanugebiet mit über 600 Seen im Grenzgebiet zu Minnesota. Nach einer mehrstündigen Wanderung, kehren wir zurück zum Parkplatz und genießen den Blick aufs Wasser. Unterwegs hielt sich die Begeisterung in Grenzen, wir wurden von Mücken umschwärmt.

Die sehenswerten Kakabeka Falls schauen wir uns von beiden Flussseiten an. Beeindruckt beobachten wir, wie das Wasser des Kaministiquia Rivers in Stufen die steile Felswand 40 Meter in die Tiefe stürzt. Der gewaltige Wasserfall wird auch als „Niagara Falls of the North“ bezeichnet.


Gleich nebenan lädt ein Campingplatz zum Übernachten ein.
Wir möchten heute unsere Fahrt noch ein wenig in Richtung Süden fortsetzen und finden schließlich neben dem Hwy 130 einen Platz am Rande eines Offroad Geländes.
Wir genießen die Farben des Sonnenuntergangs. Die untergehende Sonne durchflutet Bussolino mit Abendlicht.

Wenig später kommen einige Offroadfahrer mit ihren PS-starken Fahrzeugen angebraust und versuchen vergeblich, über den steilen Abhang hinter uns zurück auf den Highway zu gelangen.


Am nächsten Morgen fahren wir weiter gen Süden bis in das Grenzgebiet zu Minnesota/USA. Bei der Mündung des Pigeon Rivers in den Lake Superior stehen wir endlich vor dem größten der 5 Großen Seen Nordamerikas, dem Lake Superior mit einer Größe von unvorstellbaren 82.103 km². Er ist nach dem Kaspischen Meer der flächenmäßig zweitgrößte See der Erde.
Nachdem wir vor knapp 4 Monaten den Lake Michigan östlich von Chicago verlassen hatten, setzen wir nun hier unsere Reise entlang der Großen Seen auf kanadischer Seite fort.


Das Schleusensystem des Saint Lawrence Seaways sorgt seit 1959 dafür, dass sogar Hochseeschiffe vom Atlantik aus bis zum Lake Superior vordringen können. Auf der Strecke sind 19 Schleusen zu durchqueren. Die Reise dauert in einer Richtung ca. 8,5 Tage – davon entfallen gut 17 Stunden auf die Schleusenpassagen
„Highway H2O“ ist die Kurzform für diese weltweit einzigartige Wasserstraße.

Der Pigeon River bildet einen Abschnitt der Staatsgrenze zwischen den USA und Kanada. Nahe seiner Mündung nimmt das Gefälle allmählich zu und hat seinen Höhepunkt in einer spektakulären Schlucht mit zwei Wasserfällen:
den High Falls
und den Middle Falls, die wir ganz für uns alleine genießen können

Diese kleinen Wasserfälle haben für uns einen ganz besonderen Reiz. Im Gegensatz zu den ganz großen Fällen kommt man nahe an das Wasser heran, es ist ruhiger und gemütlicher hier.
Über das Felsgestein kraxeln wir hinüber bis zur Flussmitte.

Oh, hier haben wir uns ein wenig zu weit auf dem Felsen vorgewagt ...

Der Grenzstein auf dem Felsen markiert die Staatsgrenze mitten im Fluss. Ohne es zu bemerken, haben wir kanadischen Boden verlassen und sind klammheimlich in die Vereinigten Staaten zurückgekehrt. Um auf das Festland zu gelangen, müssten wir allerdings den reißenden Fluss in Richtung Süden durchqueren.
Seit wir in Ontario angekommen sind, hat der August uns nicht gerade mit Sommerwetter verwöhnt. Die Leute hier nennen den Monat inzwischen Augtober. Umso mehr freuen wir uns, als wir im Ontario Welcome-Center die Wettermeldung für Donnerstag lesen:
heute soll es endlich wieder sonnig werden

Wir gönnen Bussolino und auch uns einen Tag Pause und genießen den sonnigen Tag und eine ruhige Nacht am Pigeon Fluss.





































































































