91er 14" Syncro Ex-Bundesheer: Aufbau/Umbau zum Camper

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91er 14" Syncro Ex-Bundesheer: Aufbau/Umbau zum Camper

Beitrag von Joschi » Mo 19. Dez 2016, 23:44

Inhaltsverzeichnis

(Themen anklicken und zum entsprechenden Beitrag zu gelangen)

1 Vorstellung, Daten zum Syncro
2 Demontage Werkshochdach, Bilder vom Dachrahmen
3 .....
Zuletzt geändert von Joschi am Do 22. Dez 2016, 13:41, insgesamt 3-mal geändert.
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Re: 91er 14" Syncro Ex-Bundesheer: Aufbau/Umbau zum Camper

Beitrag von Joschi » Mo 19. Dez 2016, 23:45

Grias eich mitanand,
der Titel sagts: ich werde hier den Umbau meines 14" Ex-Bundesheer Hochdach-Kastn-Syncros zum Camper etwas dokumentieren.....
Hier gab es schon eine kleine Vorstellung meinerseits und erste Bilder: KLICK.
Da ich mir aktuell aufgrund der Platzverhältnisse schwer tue ein schönes Foto von der syncronschen Baustelle zu machen muss hier erstmal a Buiderl vom vergangenen Sommer herhalten, aufgenommen kurz bevor ich ihn mittels Rangierhilfen auf die andere Garagenseite geschoben habe.

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Hier wirds erstmal viel um die Aufbereitung der Basis gehen.
Ich habe diesen Thread bewusst direkt mit einem Inhaltsverzeichnis gestartet. So kann man später einzelne Themenbeiträge einfach anklicken und muss nicht immer ganze Threads durchwühlen.

Ein paar Daten zum Syncro:

- 14" Ex Bundesheer Österreich mit Schlechtwegepaket und Werkshochdach
- 58.000km
- gute Substanz der Karosserie
- Getriebe AVS 5,833 (mit Sperre) und ALM vorne (ohne Sperre)
- Motor (JX) bleibt erstmal, nen AAZ baue ich aktuell nebenzu auf

Ich habe eine Doppelgarage mit niedriger Einfahrtshöhe von etwa 2m. Innen wirds dann aber auch nicht arg viel mehr.
Nach dem Kauf wurde gleich mal das Werkshochdach runtergenommen und der Syncro eingemottet und ich kann nebenzu (eher selten) mal Hand anlegen.
Im Winter wirds kuschelig denn dann gesellt sich mein 2WD Camper noch dazu an dem ich bisher hauptsächlich gearbeitet habe.


Was soll aus dem Syncro werden?

Ein Camper für schlechte Wege, die kühlere Übergangszeit und vermutlich auch mit Winternutzung.
Er ergänzt damit so ein bisschen meinen T3 2WD Klappdachcamper. Da Winternutzung höhere Anforderungen an die Konservierung des Unterbodens stellt werde ich hier auch einiges angreifen. Dazu später mehr.

Er wird einen eigenen Innenausbau bekommen welcher im Vergleich zu einem Westfaliaausbau leichter demontierbar wird.
Mein 2WD hat nen Westfalia Innenausbau welcher teilweise schon (rückbaubar) modifiziert wurde. Eine Änderung war die Umrüstung von Absorberkühlschrank auf Kompressortechnik.
Ich habe eine defekte Waeco CDF-35 mit Danfoss-Kompressor repariert und mit einer eigenen Ansteuerung + Temperaturregelung versehen. Die "Steuereinheit" hab ich temporär im Westfalia-Bedienpanel untergebracht wo normalerweise Batterie- und Wasseranzeige ist.
Da das alles zusammen mit nem Solarpanel in der Gepäckwanne bisher prima funktionierte ist Kompresstechnik für den eigenen Innenausbau gesetzt.
Ein recht ausgereifter Plan für die Inneneinrichtung existiert bereits und vielleicht kann ich erste Dinge bereits diesen Winter angehen.
Ziel ist es auch die Einrichtung relativ leicht modifizierbar und v.a. demontierbar zu machen. Damit kann ich ein Großteil der Einrichtung auch im Syncro nutzen!

Wegen Schlechtwetteroption und gleichzeitig künftig 2 Erwachsene + 2 Kinder ist ein Schlafhochdach für den Syncro quasi Pflicht. Nach aktuellem Stand wird es ziemlich sicher das Westfalia Stufenhochdach.
Ich hab absichtlich einen Syncro mit Behördendach gewählt da der Dachrahmen dann prima für ein Bett oben passt und gerade das Westy Stufenhochdach quasi Plug&Play passt.

Wie gesagt, vorrangig Arbeit ist erstmal die Basis dazu zu schaffen. Aktuell sind im Fokus: Dachrahmen und Unterboden.
Um Unterboden sehe ich persönlich alle Ecken und Blechüberlappungen/Fugen welche mit dem Kautschuk überdeckt sind als kritisch an und habe dort schon einige Überraschungen bei der (Teil-)Restauration meines 2WD-Campers erlebt. Bei diesem musste auch einiges geschweißt werden, der Syncro braucht wegen Korrosion nur an 2 Stellen etwas Schweißerei (Bericht dazu folgt natürlich noch).

Grüße joschi
Zuletzt geändert von Joschi am Di 20. Dez 2016, 00:20, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: 91er 14" Syncro Ex-Bundesheer: Aufbau/Umbau zum Camper

Beitrag von Joschi » Mo 19. Dez 2016, 23:45

Sodele, da ich Anfragen hatte wie das mit dem Werkshochdach ist (Bilder Dachrahmen und Demontage) fange ich damit mal an.

Zunächst zur Demontage:

Das soll nicht die ultimative Anleitung sein sondern lediglich eine Beschreibung wie ich es gemacht habe. Und es ist kein Hexenwerk.

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Ich habe angefangen erstmal innen alles zu entkernen. Dazu nun keine Bilder da das bei jedem wohl etwas anders ist und eigentlich kein großes Problem darstellen sollte. Die geformten Haltebügel können ja einfach abgeschraubt werden.
Dann geht es außen weiter: die Dichtmasse in der Regenrinne muss entfernt werden. Diese original verwendete Dichtmasse ist kein Kleber! Gehalten wird das Dach u.a. von der Halteleiste (dazu gleich mehr) und nicht von einer Klebemasse. Und die Dichtmasse lässt sich somit vergleichsweise einfach entfernen. Das ging recht gut mit einem flach geformten Stecheisen, mit einer Formröhre (Drechslereisen), spitzen Schraubendrehern etc.. ich weiß nicht mehr ob ich vielleicht auch manchmal vorsichtig den Mutlimaster mit dem HSS-Sägeblatt angesetzt hatte um die ersten paar Millimeter schon mal grob zu lösen (ist nun auch schon über 2 Jahre her). Wichtig war mir keine Schäden am Hochdach zu hinterlassen.

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Unter der Dichtmasse befindet sich eine lochpunktgeschweißte Halteleiste. Diese umschlingt den unteren Rand des Hochdachs und muss aufgebogen werden damit man das Dach unbeschädigt ausbauen kann. Zum Aufbiegen war die Formröhre ganz praktisch:

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Schrammen/Kampfspuren am Dachrahmen vom Bus waren mir egal da dort letztlich dann sowieso alles neu lackiert werden muss wenn die Halteleiste komplett entfernt wird (dazu später mehr).
Irgendwann war dann alles an Dichtmasse entfernt und die Halteleiste hochgebogen. Jetzt muss man hinten und vorne noch etwas tun.
Hinten ist am Hochdach ein Blech mit einlaminiert welches wiederum am Bus festgenietet ist. Man demontiert die Heckklappe und bohrt dann die Nieten auf. Hier im Bild gelb eingekreist die Nietlöcher, rot eingekreist die Befestigung der Heckklappenscharniere.

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Hinten wäre man dann soweit durch. Vorne sieht es dann noch ungefähr so aus:

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Wie man sieht verhindert die vordere Regenrinne dass man das Dach nun senkrecht nach oben heben kann. Falls möglich kann man nun versuchen das Dach zuerst nach hinten und dann nach oben zu bewegen.
Bei mir war im Dachbereich von innen (glücklicherweise) alles mit Wachs konserviert und das Dach klebte richtig fest am Bus. Ich habe mich spontan dazu entschlossen einen Teil der vorderen Regenrinne zu entfernen (da diese vermutlich letztlich sowieso komplett entfernt wird) um das Dach senkrecht nach oben wuchten zu können. Das war letztlich auch erfolgreich.
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Soviel zur Demontage.
Und auch wenn es bei meinem insgesamt noch gut aussieht (bis auf eine Ecke vorne rechts): diese Halteleiste in der Regenrinne ist in meinen Augen nichts wenn man dauerhaft Ruhe haben will. Dann lieber nen amtlichen Kleber oder das Dach mit Halterungen innen sichern oder abnehmbar machen oder ...
Ich hab die Leiste mit nem Schweißpunktbohrer schrittweise entfernt:

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Bilder vom Dachrahmen:

Zunächst die Bilder von außen.

Hier der Bereich direkt über der Frontscheibe:

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Dann die angesprochene miese Ecke beifahrerseitig vorne:

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Und nun entlang der Beifahrerseite nach hinten:

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Andere Seite ist natürlich gleich.

Bilder von innen:

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Ich gehe davon aus dass bei einem T3 Westfalia Joker/California mit orginalem Stufenhochdach sowohl Demontage als auch Dachrahmen identisch ist. Aus diesem Grund werde ich vermutlich auch umrüsten auf eben dieses Stufenhochdach.

Noch eine Anmerkung: man sieht bei den Bildern vom Dachrahmen noch viele bräunliche Wachsreste (kein Rost) und den Bauschaum. Aktuell wird das alles schön entfernt und sauber gemacht. Dann gibts nochmals bessere Bilder welche diese hier dann ersetzen.

Grüße joschi
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Re: 91er 14" Syncro Ex-Bundesheer: Aufbau/Umbau zum Camper

Beitrag von insche » Di 20. Dez 2016, 01:09

Hallo Joschi, vielen Dank für den tollen Bericht! Sehr aufschlussreich.
Gruss jörg

xfranzx
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Re: 91er 14" Syncro Ex-Bundesheer: Aufbau/Umbau zum Camper

Beitrag von xfranzx » Di 20. Dez 2016, 08:17

Oh.. ich kann gerade nen halbes jahr in die Zukunft sehen mit meinem öst. Bundespostbust m. Werkshochdach ;-) sehr schön!


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Re: 91er 14" Syncro Ex-Bundesheer: Aufbau/Umbau zum Camper

Beitrag von LeChrisL » Mo 9. Jan 2017, 21:20

BH Postbus power!

Ja, aber aller Achtung....da hast dir vorgenommen ;-)

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Re: 91er 14" Syncro Ex-Bundesheer: Aufbau/Umbau zum Camper

Beitrag von KielPost » Do 21. Mär 2019, 00:45

Hi Danke für den ausführlichen Beitrag.
Wie hast du das Hochdachhdach hochgedrückt nach dem Kürzen des Blechs über der Frontscheibe?
Die Klebe-Dichtmasse ist so zäh, dass ich das Dach weder hochgedrückt bekomme oder die Masse durchzutrennen vermag...
Hört dich bei dir so nebensächlich an.
Dynke für Antwort.

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Re: 91er 14" Syncro Ex-Bundesheer: Aufbau/Umbau zum Camper

Beitrag von Joschi » Do 21. Mär 2019, 11:13

Servus, mein Dach klebte letztlich hauptsächlich am Wachs mit welchem innen konserviert wurde. Dichtmasse habe ich ja alles äußerlich entfernt. Ich habe meiner Erinnerung nach im Dachbereich vorne großflächig unterlegt und dann den Wagenheber angesetzt und vorsichtig (!!) Druck aufgebaut. Dann löste es sich.
Letztlich hatte ich das Dach ohne Schäden demontieren können und es ist inzwischen auch schon verkauft.
Wenn ich Mal Zeit für den Syncro hab (in ein paar Jahren??) dann bekommt er eh ein anderes Dach.
Grüße, joschi
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Re: 91er 14" Syncro Ex-Bundesheer: Aufbau/Umbau zum Camper

Beitrag von mib » Sa 23. Mär 2019, 07:18

Servus,
Bei mir ging das auch mit dem Wagenheber. An der Seite war das Dach schon locker, aber vorne und hinten saß bombenfest. Im Fahrerhaus ein Kantholz auf den Dachrahmen, große Auflagefläche ins Dach, und Stück für Stück vorsichtig anheben.

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https://www.dropbox.com/s/755sygkahe7m8 ... 8.jpg?dl=0

Dabei an der Seite nach vorne arbeiten mit leichtem Hin und her, dann löst sich der Kleber schmatzend Millimeter-weise. Irgendwann macht's Zack und das Dach schwebt. Das Postdach ist stabil genug, das schadet dem überhaupt nicht.
Grüsse
Michi

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