Kardanwelle / Instandsetzung

Moderator: Jumpy

WolfgangKa
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Kardanwelle / Instandsetzung

Beitrag von WolfgangKa »

Hallo,

ich bin gerade dabei, die Kardanwelle zu zerlegen. Nun muss ich feststellen, das speziell der vordere Zapfen (welcher in der Messingbuchse geführt wird) stark verschlissen ist.

Bild Zapfen


Bild Messingbuchsen


Die Idee war nun, beim Gelenkwelleninstandsetzer Fa. REUSS in Thüringen die 2 Messingbuchsen zu erneuern, und den Zapfen aufschweißen und auf Standardmaß abdrehen zu lassen.

Folgende Antwort kam zurück:
" gerne können wir Ihre Kardanwelle begutachten und ggf. Teile erneuern. Die Erneuerung der Messingbuchse ist dabei ausgeschlossen. Was ist mit den bisherigen Buchsen? Den Zapfen aufarbeiten und auf Maß bringen ist für uns nichts Neues. Auch das Auswuchten oder ggf. die Zapfenkreuzgelenke erneuern ist nicht das Problem. Eine abschmierbare Varaiante dieser Kreuzgelenke ist uns leider nicht bekannt. Hierbei kann es sich nur um eine Alternative oder angepasste Variante handeln.
Ihr REUSS Gelenkwellen Team "

Die Gelenke sind nicht das Problem, weil diese 1997 (also vor ca. 8000km =achttausend ) erneuert wurden.
Aber, warum die Erneuerung der Messingbuchse dabei ausgeschlossen sein soll, ist mir ein Rätsel.

Im schweizerischen Forum habe ich folgendes Bild gesichtet, aber leider keine weiteren Infos darüber gefunden :-(.
Screenshot_20210913-150828_Chrome.jpg


Hat jemand evtl. Erfahrungen mit der Instandsetzung, speziell dem Tausch der Messingbuchsen?
Helfen könnte auch evtl. Vertriebsadressen, wo die Buchsen zu beschaffen sind, oder wer der Zulieferer der Kardanwelle war.
Ich habe mal was von der Fa. Elbe in Köln gehört, bin mir jedoch nicht sicher!
Danke für eure Unterstützung.

Gruß
Wolfgang
Zuletzt geändert von WolfgangKa am Di 14. Sep 2021, 22:30, insgesamt 1-mal geändert.
reidiekl
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Re: Kardanwelle / Instandsetzung

Beitrag von reidiekl »

Aber, warum die Erneuerung der Messingbuchse dabei ausgeschlossen sein soll, ist mir ein Rätsel.
Frage doch mal beim Instandsetzer nach, der wird es doch wissen, wenn er so etwas schreibt.
Könnte mir vorstellen, dass es nicht einfach ist die alten Buchsen zu entfernen und neue zu verbauen. Leider sind die Fotos recht unscharf. Frage mich wie die Riefen in die Stahlwelle kommen konnten. Da ist doch auch ein O-Ring verbaut. Und wenn die Stahlwelle schon so zerfurcht ist, wie sehen dann die Messinghülsen aus? Frage mich auch, ob es Messing ist oder nicht eher ein Bronzematerial. Eine kreisende Drehbewegung ist ja nicht gegeben, "lediglich" eine Hin- und Herbewegung. Wenn man die Lagerbereiche am Wellenzapfen aufschweißt und übermaßig abdreht, könnte vielleicht das Hülsenlager lediglich übergedreht werden. Vielleicht hilft das hier weiter https://ggt-gleitlager.de/de/produkte/g ... aus-bronze

BG - Reinhard
WolfgangKa
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Re: Kardanwelle / Instandsetzung

Beitrag von WolfgangKa »

Hallo Reinhard,
danke für schnellen deinen Input. 
Eine Antwort vom Instandsetzer  steht noch aus :-)

Habe nochmal Bilder in besserer Qualität gemacht und angehängt, für alle die es interessiert, wie es in der Gelenkwelle aussehen kann .
20210914_185058_Zapfen_unten.jpg
20210914_185111_Zapfen_oben.jpg
20210913_191127_Buchsen.jpg

Lese hier öfters , das Kardanwellen beim Instandsetzer super instandgesetzt wurden. Jedoch habe ich noch keine Berichte zu dieser
Zapfen / Hülsen Thematik, wie ich ich sie vorgefunden habe, gelesen. Dafür gibt es öfters Probleme mit Vibrationen im Antriebsstrang  zu lesen(?).

Zu deiner Frage , wie die Riefen in die Stahlwelle kommen konnten. = Ich deute die Riefen als Rattermakierungen, es sind die Abdrücke der Hülsen. Diesen sind nicht am gesamten Umfang, sondern immer nur max. zur Hälfte. Unten ( Richtung Flansch ) sind diese nicht so ausgeprägt. Dazu kommt, das obere und untere die Rattermarkierung jeweils um 180GRAD versetzt sind. Ich vermute, das der Vorbesitzer einige Zeit mit ausgeschlagenen Kreuzgelenk gefahren ist (Schaden lag bei Fahrzeugübernahme vor). 

Werde im nächsten Schritt einen 25mm Prüfdorn besorgen, und den Verschleiß der Hülsen zu prüfen. Vielleicht habe ich Glück , und diese lassen sich noch weiter verwenden (Weltreisen wollte ich eh nicht fahren :-) ). Ansonsten werde ich auf deinen Hinweis und dem Link "Gleitlager aus Bronze" zurückgreifen.

Hoffe aber, hier noch weitere Erfahrungswerte und Infos zu erlangen.
Gruß Wolfgang
reidiekl
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Re: Kardanwelle / Instandsetzung

Beitrag von reidiekl »

Solche Abnutzungsspuren sind schon sehr eigenartig. Kann mir keinen rechten Reim drauf machen. Zeigen die beiden ersten Fotos die gleiche Welle jeweils 180° verdreht? Reicht der Wellenzapfen überhaupt bis in die Lagerhülse?
Das dritte Foto erschließt sich mir gar nicht. Wo sind denn da die 4 Gewindebohrungen für die Verschraubung mit dem Gelenk-/Wellenflansch? Bei mir sieht das ganz anders aus. Ist das überhaupt die richtige Kardanwelle für den Syncro? Wenn die Kardanwelle nur gesteckt und nicht verschraubt ist, dann kann doch gar keine Kraftübertragung erfolgen. Ich spekuliere jetzt mal und sage nach den Bildern sieht es so aus, als wenn die Welle auch nicht rund laufen dürfte, da an den 4 Verstärkungsrippen deutlich vermackt.

BG - Reinhard
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Atlantik90
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Re: Kardanwelle / Instandsetzung

Beitrag von Atlantik90 »

Zur Unterstützung der Vorstellungskraft vielleicht mal dort nachlesen:
viewtopic.php?p=10718#p10718
Ich wünsche allen gute und störungsfreie Fahrt mit dem T3-Syncro.
Joachim
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Afrika
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Re: Kardanwelle / Instandsetzung

Beitrag von Afrika »

Hallo Wolfgang,

ich bin sehr überrascht das Du wohl beide Messingbuchsen ziehen konntest. Bei meinem Bericht "Neuaufbau die Zweite" auf Seite 11 hatte ich das Problem seinerzeit beschrieben. Das Ziehen der unteren Buchse ist bei meinem Flanch aber nicht möglich. Daher liegt die Welle auch noch auf der Werkbank. Muss noch zusammengebaut werden und dann kommt sie zu ELBE um sie zu wuchten. Ist für die Kölner halt um die Ecke :-)

VG
Roland
T3 SYNCRO Bj. 91, 1.9TDI ALE, 225/75 R16, Seikel, Zusatztank, Sperre Hinten, Aufgelastet 2.8t, Westfalia Schlafdach, WoMo Ausbau, Solar, z.Z im Neuaufbau... :-)
bulli-dennis
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Re: Kardanwelle / Instandsetzung

Beitrag von bulli-dennis »

ich hab einfach eine neue genommen
WolfgangKa
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Re: Kardanwelle / Instandsetzung

Beitrag von WolfgangKa »

Hallo an alle,

- Reinhard, sorry für die Täuschung, aber die Klebebänderstücke, die die Gewindebohrungen vor Farbe schützen, sind noch auf dem Flansch.

- Joachim, super Info. Eine Zeichnung mit den Einzelsachnummern. Top.
Jetzt wäre es doch wirklich interessant, wer die Zeichnung erstellt hat und Zulieferer ist. Vielleicht gibt es noch irgendwo Einzelteile. Habe im Internet  zu 740 1 29 031 2 bisher nix finden können.
Werde aber versuchen, dem weiter nachzugehen.

Die Buchsen sind noch nicht gezogen. Ich habe mir erstmal eine 25mm Präzisionswelle bestellt, mit der prüfe ich dann den tatsächlichen Verschleiß.
Wenn die Buchsen aber hin sind , dann muss eine Lösung her.

Gruss
Wolfgang
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AndreasLidl
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Re: Kardanwelle / Instandsetzung

Beitrag von AndreasLidl »

Mal ein kleiner Tipp:
Der Alexander bietet fertig überholte Kardanwellen im Tausch an, zu einem moderaten Preis. 😉
Gruß Andreas
42 Länder mit T3 bereist
1 Jahr Afrika
1 Mio. km im T3
4 Jahre meines Lebens im T3 geschlafen
Buch: "Alleine durch die Mongolei"
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Alexander
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Re: Kardanwelle / Instandsetzung

Beitrag von Alexander »

Moin,
das muß ich korrigieren.
Ich biete keine Wellen im Austausch an. Wenn, dann nur die Überholung der Welle.
Die Erneuerung der Messingbuchsen ist möglich, ist aber sehr aufwendig.
Viele Grüße,
Alexander
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