Restaurationsbericht "Greta"

Moderator: Jumpy

reidiekl
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Re: Restaurationsbericht "Greta"

Beitrag von reidiekl » Mi 11. Nov 2020, 11:22

Aber wenn, würde ich alles heraustretten bzw. öffnen , damit das ganze gut entrostet wird und die Beschichtung überall hinkommt.
Ich habe dort z.B.nen T2 ohne Frontmaske gesehen.
Top wäre, den T3 in alle Blechteile zu zerlegen, KTL Programm und alles wieder zusammen schweißen...aber wer macht das schon.
Wenn man es aber nicht so macht, wirst kein 100% Ergebniss haben.
Sorry, aber das wäre Perlen vor die Säue geworfen und das Schlechteste was man tun könnte!!! Denn dann sind alle Schweißnähte ohne KTL-Beschichtung. Und bekanntermaßen rosten die Schweißnähte schon allein durch ihre Gefügeveränderungen zu allererst, auch unter Lackschutz.

Für das richtige Karosserie-Sanierungskonzept ist eine gute und sorgfältige Bestandsaufnahme des Ist-Zustandes Grundvorraussetzung. Wollte bei mir anfangs den gesamten Unterboden blank machen und vor allem diesen sog. Teroson-Bitumen-Unterbodenschutz endlich wieder loswerden, den ich damals 92 meinte gleich am Neufahrzeug auftragen zu lassen. Außer schwarzer Schmiere an allen unpassenden Stellen und Teilen hat das kaum was gebracht. Das Fahrzeug hatte damals schon werkseitig einen Unterbodenschutz aus Karosseriemasse in den Radkästen und noch anderen Stellen, aber leider nicht überall wie z.B. im Mittelbereich. Bei meiner Bestandsaufnahme habe ich dann festgestellt, dass dieser werkseitige Schutz gar nicht schlecht ist und zu 90% noch völlig i.O. ist. Warum sollte ich den mühsamst entfernen? Habe mich dann entschlossen nur die Terroson-Pampe zu entfernen, durch eindieseln und mühseliges abkratzen und abwaschen. Danach war dann gut erkennbar wo der Hersteller wenig oder gar keinen KU-Schutz aufgebracht hatte. An diesen Stellen, vorallem an ungeschützten Nahtbereichen, gab es verschiedene Durchrostungen und Kantenrost. Diese wurden geschweißt, lackiert und letztlich wieder mit Karosseriemasse beschichtet. Der ganze Unterboden wurde abschließend 2-mal mit Unterwasserprimer (Ovagrundol) und 2-mal mit Chassislack hell gestrichen. Hell deshalb, weil mich bei Arbeiten am Fahrzeugboden stets diese Dunkelheit geärgert hat und zukünftige Rost- und Schadstellen so leichter zu erkennen sind.
Diese Vorgehensweise war bei mir die kosten- und arbeitsmäßig günstigste Lösung. Bei anderen Vorgaben kann das aber anders sein. Am meisten freut mich, dass die vielen Kabelstränge und Rohrleitungen am Unterboden wieder frei von dieser Bitupampe sind. Selbst die Felge des Reserverades wurde damals sinnlos eingeschwärzt.

BG - Reinhard

maxvor
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Re: Restaurationsbericht "Greta"

Beitrag von maxvor » So 22. Nov 2020, 19:10

Servus und guten Abend zusammen,

am Syncro ging es wieder ein bisschen vorwärts und ich konnte mir ein paar Dinge erledigen. Zunächst lag mir am Herzen, dass der Fahrersitz endlich demontiert wird. Dieser war unheimlich fest gerostet und es hat sich partout nichts getan, egal wo und wir man drauf geschlegelt hat. Falls jemand ein solches Problem haben sollte und auf der Suche nach einer Lösung ist, wie sich der Sitze lösen könnte, ohne dass man in zerflext, hier mein Vorgehen:

Ich habe über mehrere Tage hinweg die Sitzschiene mit Rivolta geflutet. Und damit meine ich wirklich geflutet. Der Sitz war im Bereich des Gelenkpunktes, an dem die Rückenlehne montiert wird, fest gegammelt. Gerade dort habe ich wirklich nicht mit Rivolta gespart. Als nächstes wurde der Entriegelungshebel mit einem Stückchen Holz so hochgedrückt, sodass der Sitz entriegelt war. Als nächste habe ich mit einem Baumarktblechwinkel von vorne unten gegen die Sitzschiene geschlagen - dabei immer feste, kurze Impulse. Das gleiche habe ich ebenfalls hinten an dem Blechstück für die Rücklehne gemacht, da natürlich dann in Fahrtrichtung. Mit ein paar wirklich beherzten Schlägen hat sich der Sitz dann endlich gelöst. Das war schon mal ein rießiger Erfolg :mrgreen:

Da auch die letzten Kabelstränge erst demontiert werden konnten, sobald der Sitz draußen ist, konnte dies dann auch endlich passieren. Es liegen jetzt also nur noch Bremsleitungen und das Handbremsseil unter dem Wagen :sun Hier sieht ihr, wie es aussah, als die Kabel vorne noch drin lagen:
IMG_7534.jpg
Als nächstes habe ich mir noch die Dämmung hinten über dem Motorraum sowie vorne im Fußraum vorgenommen. Dabei sind zum Glück keine unerwarteten, neuen Rostlöcher zum Vorschein gekommen.
IMG_7645.jpg
Sorgen machen mir nun allerdings die Längsträger. Die sehen echt übel aus, was meint ihr dazu?
IMG_7526.jpg
Ich denke, dass ich das Trapezblech zwischen Längsträger und Achsschenkelaufnahme sowie den vorderen Teil des Längsträgers großflächig ausschneiden, neu kanten und einschweißen muss.
Ich werde nun als nächsten Schritt den Unterboden mittels Trockeneis strahlen und dann aufkommende Rostlöcher schweißen. Falls notwendig, möchte ich schwierig zu erreichende Stellen vorsichtig sandstrahlen, ohne dass Strahlgut in Hohlräume etc. gelangen kann.

Allerdings habe ich jetzt noch ein paar Fragen:
- Wenn ich Stellen jetzt entroste, möchte ich diese direkt mit Rostschutzgrundierung grundieren. Gerade für die Außenbleche frage ich mich nun, ob ich dort schon direkt mit einer 2K EP-Grundierung und Pistole lackiere. Eigentlich wollte ich die Grundierung dem Lackierer überlassen, damit der Lackaufbau wirklich gescheit wird. Kann er die 2K zur Not wieder an- bzw. abschleifen? Oder wie geht man hier schlau vor? Dies gilt natürlich auch für alle Stellen im Innenraum, welche ich entrosten möchte.
- Lohnt sich die Verwendung von Schweißprimer? Wie behandelt ihr Bleche von Innen, bevor diese verschweißt werden und von innen nicht mehr mit Grundierung erreicht werden können?
- Welcher Unterbodenaufbau lohnt sich in euren Augen? Ich habe gerade hier im Forum den Aufbau mittel CIP bzw. Owatrol-Produkten gesehen. Mein Plan war eigentlich, den Empfehlungen des Fahrzeuglackiererforums zu folgen, d.h. Mipa 2K EP und danach Mipa Eisenglimmer zu verwenden. Ich weiß, dass sowas auch schon sehr viel Philosophie ist, aber Brantho Produkte scheinen bei Lackierern überhaupt nicht beliebt zu sein.

Was ist eure Meinung zu folgendem Vorgehen:

1) Trockeneissstrahlen
2) Bleche schweißen, schwierige Stellen sandstrahlen und als letzte Lösung Oxyblock auftragen
3) Lackaufbau mittels Mipa 2K EP und Eisenglimmer

Ich habe mich aus verschiedenen Gründen gegen KTL entschieden, auch wenn mir das schwer fällt. Sollte jedoch nicht unerwähnt bleiben.

Danke euch allen für die Antworten und Anregungen und ein schönen Restsonntag,

Max :bier

Henry27
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Re: Restaurationsbericht "Greta"

Beitrag von Henry27 » So 22. Nov 2020, 21:22

Hallo Max!
Ich hab mir jetzt nicht alles durchgelesen...
Kann dir nur sagen,dass in Fahrzeuglackierforum auch extrem viel Müll erzählt wird...
Ich arbeite seit 15 Jahren ausschließlich nur mit Brantho Nitrofest als Grundierung und 3in1 am Unterboden,oder sonst wo....
Du kannst auch durchaus Nitofest und 3in1 50-50 mischen.Ich mach das bei Alu, oder wenn ich das 3in1 was matter haben will.
Hab meinen Bus vor 7 Jahren komplett mit Nitrofest grundiert und Nitrofest auch als Füller genommen.
Im Anschluss wurde der Bus vom Lackierer mit 2K Decklack lackiert.
War alles überhaupt kein Problen und der Lack hält auch heute noch :hehe
Brantho ist super,grad wegen der Temperaturunabhänigkeit und der einfachen Verarbeitung :g5

Noch als kleiner TIP :Rostux von Prosol ist Nitrofest in der Dose und günstiger als das Original ;-)

LG Henning

bullischrauber
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Re: Restaurationsbericht "Greta"

Beitrag von bullischrauber » Mo 23. Nov 2020, 09:26

Moin moin,

hier gibt es ein paar Fotos vom Bereich der Längsträger hinten bei der Achsaufnahme. So ungefähr bis zur Mitte scrollen:
viewtopic.php?f=32&t=919&hilit=restaura ... r&start=10

Viel Spaß! ;)

Gruß Sönke

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