Sven Pannwitz (Panne) kämpft um sein Eigentum -

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Jumpy
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Sven Pannwitz (Panne) kämpft um sein Eigentum -

Beitrag von Jumpy » Fr 30. Aug 2019, 21:11

– doch die Geheimpolizei hält das wiedergefundene Auto unter Verschluss.

– Quelle: https://www.shz.de/25351087 ©2019
( im Auftrag des Eigentümers kopiert.)

Flensburg | 
Es ist eine irre Geschichte. Eine Episode aus der Abteilung: unglaublich, aber wahr. Und sie hätte ein Happy End verdient.

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Nach zehn Jahren stößt ein Flensburger per Zufall auf seinen einst gestohlenen, mit allen Finessen als Wohnmobil ausgebauten VW Bus. Ausgerechnet in Polen. Der T3 hat einen Wert von 30.000 Euro. Die Geheimpolizei schaltet sich ein, konfisziert das Fahrzeug kurzerhand – und gibt es nicht wieder her.

2004 kauft Sven Pannwitz den T3 Syncro 1,6 TD, einen geländefähigen Allradler mit Liebhaberstatus. Er baut ihn aufwendig um, verpasst ihm ein Hochdach, eine titangraue Metallic-Lackierung, darunter voll verzinkt. Das Spezialfahrwerk ist vom renommierten Hersteller Seikel, zwei Tanks fassen 150 Liter Diesel. Diese Details sind nicht unwichtig und werden noch eine entscheidende Rolle spielen. Der Autonarr reist mit seinem „Baby“ bis nach Marokko, bis nach Libyen. Der VW läuft und läuft.

Autoknacker in Brandenburg

Der 10. August 2008 markiert für Sven Pannwitz ein Datum, das ihn bis heute verfolgt. Er besucht seine Eltern in Bad Liebenwerda (Süd-Brandenburg). Seinen Bus stellt er auf einem beschrankten Parkplatz ab. Die spätere Rekonstruktion ergibt, dass die Autoknacker nachts gegen 1 Uhr aktiv werden. Sie haben eine Batterie mitgebracht, bauen die Schranke ab (und später wieder an), steuern den Wagen in ein Waldgrundstück.

Die Video-Kamera einer Tankstelle fängt ein, wie ein großer Lkw vorfährt und den Bus verschluckt. „Ein Auftragsklau, gezielt und professionell“, sagt der Flensburger. Er ist am Boden zerstört.

Ich war mir sicher, dass der Bus nie wieder auftauchen wird.
Sven Pannwitz

Für den 48-Jährigen ist dies ein besonders schmerzlicher Verlust. Nicht nur, weil die Versicherung abwinkt – es gibt kein Wertgutachten. Er leidet unter kaputten Bandscheiben, ist motorisch stark eingeschränkt. Morphium seit 2006. Zuvor war er leidenschaftlich gern Bergwandern, Skifahren, paddeln gewesen. „Der Bus war meine letzte Möglichkeit, Freiheit zu genießen.“

Zehn Jahre vergehen. Pannwitz hat längst einen neuen T3. Mit seiner Lebenspartnerin Christina Lemke und zwei Kindern macht er Urlaub in Polen, sie wollen Marienburg (Malbork) besichtigen. Auf einem Campingplatz erspähen sie weitere VW Busse. Hier lässt sich gut fachsimpeln, denken sie und schlagen ihre Zelte auf.

Als Sven Pannwitz sich um die Stromversorgung kümmert, fällt ihm etwas ins Auge, das ihn förmlich erstarren lässt. „Er kam leichenblass zurück, war schweißüberströmt“, erinnert sich Christina Lemke. Sein Bus! Er hat seinen Bus entdeckt. Genau elf Tage vor Ende der Verjährungsfrist. Der Bullenfänger vorn, der Ersatzradträger hinten, andere Details. Kein Zweifel.

Beweis unterm Fahrersitz

Das Typenschild ist ein Fake, die Fahrgestellnummer am Unterboden weggeflext; doch es existiert noch eine unter dem Fahrersitz innen. „Die hatten sie nicht auf der Rechnung“, sagt Pannwitz. Der letzte Beweis.

Das Fahrzeug „gehört“ seit fünf Jahren einer jungen polnischen Familie mit einer kleinen Tochter. Sie wissen von nichts. Als die Geheimpolizei eingeschaltet wird und den VW kurzerhand konfisziert, wird den dreien nur eine halbe Stunde Zeit gegeben, das Nötigste aus dem Wagen zusammenzupacken. Es gibt jede Menge Tränen. „Sie saßen da wie Flüchtlinge und haben geweint.“ Dann wird der Bus wegtransportiert. „Seitdem“, sagt Pannwitz, „haben wir ihn nicht mehr gesehen.“

Er setzt alle Hebel in Bewegung, die Verbindungsstelle der deutsch-polnischen Polizei legt ihm nahe, einen polnischen Anwalt zu nehmen. Der ist wenig erfolgreich. Vor einer Woche kündigt er immerhin an, man müsse sich gelegentlich mal übers Honorar unterhalten.

Der Flensburger Fachanwalt Jan Smollich bestätigt, dass es von Deutschland aus nur wenig Handhabe gebe. Die strafrechtliche Verfolgung einer in Deutschland begangenen Tat sei das eine, für die zivilrechtliche Seite müsse man Kontakte finden, um von Deutschland aus in Polen zu ermitteln.

Bei internationaler Bandenkriminalität kann man auch Interpol oder das BKA einschalten, um Druck auszuüben.
Fachanwalt Jan Smollich

Sven Pannwitz jedenfalls ist mit seinem Latein am Ende. Er weiß nur eins: „Mein Bus soll mir nicht noch einmal abhanden kommen. Ich will ihn zurück!“

– Quelle: https://www.shz.de/25351087 ©2019
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Hargesheimer
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Re: Sven Pannwitz (Panne) kämpft um sein Eigentum -

Beitrag von Hargesheimer » Mo 18. Mai 2020, 11:40

Bin zufällig auf den Beitrag gestoßen.
Interessiert mich jetzt schon, ist der Syncro zurück?

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amundsen
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Re: Sven Pannwitz (Panne) kämpft um sein Eigentum -

Beitrag von amundsen » Mo 18. Mai 2020, 11:47

Moin,
soweit ich weiß leider nein🙁

Beste Grüße

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